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Touchdown-Scorer-Wetten bei NFL: Anytime, First und Last erklärt

Updated Juli 2026
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Es gibt eine Wettkategorie, bei der ich neuen Wettern grundsätzlich rate, mit kleinen Einsätzen zu beginnen – nicht, weil sie schwierig wäre, sondern weil sie süchtig macht. Die Touchdown-Scorer-Wette zahlt selten aus, aber wenn sie trifft, fühlt sie sich an wie ein kleines Lotteriegewinn-Erlebnis. In meiner ersten Saison habe ich eine Anytime-TD-Wette auf einen Backup-Tight-End gespielt, weil ich seinen Snap-Count in der Red Zone in den Vorwochen verfolgt hatte. Quote: 4,50. Treffer im zweiten Quarter. Das Erlebnis hat mein Gehirn dauerhaft auf diesen Markt eingestellt – und genau diese psychologische Verzerrung ist die größte Falle, die er stellt.

Mit einem Saisonschnitt von 18,7 Millionen Zuschauern pro Spiel in der Regulärsaison 2026 – dem zweitbesten Wert in der modernen NFL-Geschichte – und einer beispiellosen Datenflut zu Snap-Counts, Red-Zone-Targets und Goal-Line-Carries hat sich der Touchdown-Markt zu einem der populärsten Spielerwett-Familien entwickelt. In diesem Artikel zeige ich, wie sich Anytime, First und Last unterscheiden, warum die Quoten so hoch sind, wie sie wirken, und welche Spielerpositionen mathematisch im Vorteil stehen.

Was eine Touchdown-Scorer-Wette eigentlich verkauft

Eine Touchdown-Scorer-Wette ist nominal einfach: Sie wählen einen Spieler aus, der in einem konkreten Spiel einen Touchdown erzielen soll. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist aber komplex – denn ein NFL-Spiel hat im Schnitt sechs bis acht Touchdowns, verteilt auf rund 25 bis 30 Spieler beider Teams, mit sehr unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten pro Position.

Daraus ergeben sich drei Varianten, die der Markt ausspielt. Anytime-Touchdown-Scorer (kurz: ATD) wettet, dass der Spieler mindestens einen Touchdown im Spielverlauf erzielt – egal in welchem Quarter, egal an welcher Position des Drives. First-Touchdown-Scorer (FTS) verlangt, dass der erste Touchdown des Spiels überhaupt vom gewählten Spieler erzielt wird. Last-Touchdown-Scorer (LTS) wettet auf den letzten Touchdown des Spiels – eine sehr enge Bedingung, die nur in zehn Prozent oder weniger der Fälle aufgeht.

Mathematisch ist der Wechsel zwischen den Varianten nicht trivial. Wer den ATD-Markt eines Spielers bei Quote 3,00 sieht, sollte nicht reflexhaft annehmen, dass FTS bei 9,00 ein einfacher Drei-zu-eins-Aufschlag ist. Die FTS-Quote berücksichtigt eine zusätzliche Bedingung – nämlich, dass dieser Spieler nicht nur scort, sondern auch der erste auf dem Feld ist. In Spielen mit hohem Punkte-Total (über 50 erwartete Punkte) verschiebt sich die FTS-Wahrscheinlichkeitsverteilung anders als in defensiven Spielen, was die Buchmacher in ihrer Quotenmechanik einpreisen.

Anytime-Touchdown-Scorer – der zentrale Markt

Eine kurze Hochrechnung aus dem Notizbuch. Spieler X ist Running Back, hat in den vergangenen acht Spielen sechs Touchdowns erzielt, kommt im Schnitt auf 16 Carries und drei Receptions pro Spiel. Sein Team hat im aktuellen Game-Total 27 erwartete Punkte. Die Buchmacher legen seine ATD-Quote auf 1,80 – implizite Wahrscheinlichkeit rund 55 Prozent.

Stimmt diese Quote? Sechs Touchdowns in acht Spielen ergeben eine empirische Trefferquote von 75 Prozent – der Markt ist deutlich konservativer. Das ist häufig kein Fehler des Buchmachers, sondern eine bewusste Anpassung: Die acht-Spiele-Stichprobe ist klein, der Match-up-Faktor (gegnerische Run-Defense, erwartete Goal-Line-Carries) drückt die wahre Wahrscheinlichkeit oft unter den naiven Schnitt. Trotzdem zeigt das Beispiel, dass ATD-Märkte nicht aus dem Lehrbuch kommen, sondern eine Verteilungs-Modellierung pro Spieler erfordern.

In meiner Praxis lege ich drei Filter an. Erstens, Position: Running Backs und Wide Receiver mit hohem Target Share haben strukturell höhere ATD-Wahrscheinlichkeiten als Quarterbacks oder Tight Ends. Zweitens, Spielsituation: Spielt das Team mit erwartetem Vorsprung, profitieren Running Backs überproportional von Closing-Drive-Carries; bei erwartetem Rückstand profitieren Receiver mit tiefem Routes-Anteil. Drittens, Red-Zone-Anteil: Welcher Anteil der Snaps eines Spielers fand in den vergangenen Spielen innerhalb der gegnerischen 20-Yard-Linie statt? Ein Spieler mit hohem Red-Zone-Snap-Count und niedrigem ATD-Markt-Wert ist oft der wertvollste Tipp der Woche.

First-Touchdown-Scorer und das Quoten-Spiel

Die FTS-Quoten sind die spektakulärsten Zahlen auf dem gesamten Touchdown-Markt. Quoten von 8,00, 12,00, 25,00 sind die Regel, nicht die Ausnahme. Genau diese Höhe macht den Markt aus zwei Gründen interessant – und gefährlich.

Mathematisch ist FTS keine echte Spread-Wette. Die Standardquote von 1,91 für Standard-NFL-Märkte mit ausgeglichenem Risiko liegt in einem ganz anderen Quotenbereich. FTS-Quoten haben eine deutlich höhere Buchmacher-Margin – oft im Bereich zwölf bis achtzehn Prozent statt der vier bis fünf Prozent eines Yards-Markts. Wer FTS spielt, zahlt für Unterhaltung, nicht für mathematischen Wert. Das ist legitim – aber es muss bewusst sein.

Wo FTS trotzdem Edge tragen kann: In Spielen mit klar dominantem Power-Running-Game eines Teams. Wenn Team A traditionell den ersten Drive mit fünf bis sieben Carries des gleichen Running Backs aufzieht und in der Red Zone fast immer denselben Spieler einsetzt, kann seine FTS-Quote bei sechs oder sieben kalibrierten Match-ups ein erkennbares Edge tragen. Diese Konstellationen sind selten, aber sie existieren – meistens in Wochen, in denen ein Star-Running-Back in einem Spiel mit klar defensiver Auswärtsmannschaft antritt.

Mein praktischer Rahmen: FTS spiele ich mit kleineren Einsätzen als ATD, mit klarer Trefferziel-Quote (über 4,00) und nur, wenn ich eine konkrete strukturelle These zum ersten Drive eines Teams habe. Sonst bleibt der Markt Unterhaltung – was er auch sein darf, solange die Bankroll-Disziplin stimmt.

Last-Touchdown-Scorer und die End-Game-Szenarien

Eine Geschichte, die ich neuen Wettern erzähle, wenn sie Last-Touchdown-Scorer als sicheren Markt einschätzen. Zwei Spielminuten Restzeit, ein Team führt mit acht Punkten. Der Quarterback dieser Mannschaft kniet nieder – Knee-Down, kein Touchdown mehr. Mein LTS-Tipp auf einen Receiver des führenden Teams: verloren. Last-Touchdown war der Ausgleichs-Touchdown des unterlegenen Teams im dritten Quarter.

LTS ist der psychologisch verlockendste, aber strukturell schwierigste Markt der Touchdown-Familie. Die Bedingung – letzter Touchdown des Spiels – wird durch Garbage-Time-Drives, Knee-Down-Sequenzen und unerwartete defensive Touchdowns (Pick-Sixes, Fumble-Returns) verzerrt. Selbst eine perfekte Spielanalyse bleibt anfällig für End-Game-Skripte, die kein Modell vollständig vorhersagt.

In meinem System spiele ich LTS nur in zwei sehr eingegrenzten Szenarien. Erstens, in Spielen mit erwartetem Hin-und-Her-Verlauf, bei denen das letzte Touchdown auf ein bestimmtes Spielmuster im vierten Quarter zuläuft (z.B. Two-Minute-Drill eines Pass-orientierten Teams). Zweitens, wenn der Markt einen Backup-Running-Back eines Teams mit erwartetem Vorsprung deutlich unterbewertet – Closing-Drive-Carries, Goal-Line-Vertretung des Starting Backs in Garbage Time. In allen anderen Szenarien lasse ich LTS aus.

Welche Spielerpositionen statistisch bevorzugt scoren

Die Verteilung der Touchdowns nach Position hat eine erkennbare Hierarchie, die in den meisten Saisons stabil bleibt. Running Backs sind die produktivste Position für Touchdown-Wetten, weil sie sowohl Lauf-Touchdowns aus der Red Zone als auch Receiving-Touchdowns aus dem Backfield erzielen können. Wide Receiver folgen knapp dahinter, wobei die Streuung innerhalb der Position deutlich größer ist als bei Running Backs – Number-One-Receiver eines Teams haben ein klar höheres ATD-Profil als ihre Number-Two- und Three-Pendants.

Tight Ends sind die unterschätzte Position. Top-Tight-Ends von Teams mit kreativem Red-Zone-Schema haben oft ein ATD-Profil, das knapp unter Running Backs liegt – der Markt preist diese Konstellation aber häufig nicht voll ein, weil die Position weniger im Rampenlicht steht. Quarterbacks scoren primär durch Quarterback-Sneaks und sehr selten durch Lauf-Touchdowns; ihre ATD-Quoten sind tendenziell höher als ihre Trefferwahrscheinlichkeit es rechtfertigt – der Markt zahlt einen Aufschlag für die Seltenheit. Defensive Spieler scoren so selten (Fumble-Returns, Pick-Sixes), dass ihre ATD-Märkte primär Unterhaltungsfunktion haben.

Mein praktischer Workflow für die Touchdown-Auswahl folgt dem Prinzip, statistische Sub-Märkte zu staffeln. Wer den ATD-Markt verstanden hat, profitiert vom Sprung in die breitere Spielerwett-Familie. Eine ausführliche Behandlung der Positions-Differenzierung, der Yards-Linien und der Match-up-Filter findet sich in unserer Übersicht zum allgemeinen Guide zu NFL Player Props – zusammen mit der Touchdown-Wette ergibt das ein zusammenhängendes Werkzeug für strukturierte Spieler-Wetten.

Welche Spielerposition gewinnt am häufigsten Touchdown-Scorer-Märkte?
Running Backs sind die produktivste Position für Touchdown-Wetten, gefolgt von Wide Receivern mit hohem Target Share. Tight Ends von Teams mit kreativem Red-Zone-Schema sind oft unterbewertet. Quarterbacks scoren selten und nur durch Quarterback-Sneaks; ihre Quoten reflektieren diese Seltenheit, nicht selten mit Aufschlag.
Was ist der Unterschied zwischen First und Anytime Touchdown Scorer?
Anytime-Touchdown-Scorer wettet, dass der gewählte Spieler mindestens einen Touchdown im gesamten Spielverlauf erzielt. First-Touchdown-Scorer verlangt zusätzlich, dass dieser Touchdown der erste des gesamten Spiels ist. Die FTS-Quote ist deshalb deutlich höher, hat aber auch eine spürbar höhere Buchmacher-Margin.
Wie hoch sind typische Quoten für einen Anytime TD?
Für etablierte Running Backs eines Teams mit hohem erwartetem Punktebeitrag liegen ATD-Quoten meistens zwischen 1,60 und 2,30. Wide Receiver eines Top-Offenses pendeln zwischen 2,00 und 3,50. Tight Ends und Backup-Spieler bewegen sich zwischen 3,50 und 8,00 – abhängig von Snap-Count und Red-Zone-Einbindung.

Material erstellt vom Team Yardquote